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Das Geheimnis einer Reise.
Siegfried Unseld fährt mit Peter Huchel zu Rilkes Turm

Peter Huchel © Roger Melis


Lesung und Gespräch mit Benjamin Krutzky, Norbert Hummelt und Matthias Weichelt

In einem in SINN UND FORM 3/2026 erstmals veröffentlichten Bericht schildert Siegfried Unseld eine Reise, die er mit dem Dichter Peter Huchel zu Rilkes Château de Muzot unternimmt. Dabei verfolgt der Verleger einen ganz eigenen Plan.

Siegfried Unseld erhofft sich von Huchels mehrtägigem Aufenthalt den Beginn der Arbeit an dessen Autobiographie, eine Schilderung der Erlebnisse in der DDR und in der Redaktion von SINN UND FORM, deren Chefredakteur Huchel von 1946 bis 1962 war.

Zu Rainer Maria Rilke hatte Peter Huchel ein widersprüchliches Verhältnis. Anders als viele seiner Dichterkollegen gehörte er nie zu den Nachahmern »Rilkescher Wohllaute«, im Gespräch sagte er sogar, er habe keine Beziehung zu dieser Poesie und der Autor sei ihm verdächtig. Aber es gibt auch Zeugnisse genauer Lektüre und großen Respekts.

Als Rilkes Mäzenin Nanni Reinhart Huchel im April 1973 in den berühmten Turm des Dichters einlädt, schreibt er ihr: »Es war schon immer ein geheimer Wunsch von mir, Muzot kennenzulernen.« Und macht sich mit seinem Verleger auf ins Wallis.

Unselds Hoffnung auf Huchels Memoiren erfüllt sich nicht, die Lebenserinnerungen bleiben Fragment. Aber die ungewöhnliche Reise wird an diesem Abend zum Ausgangspunkt eines Gesprächs, in dem der Literaturwissenschaftler Benjamin Krutzky und der Schriftsteller Norbert Hummelt gemeinsam mit dem Chefredakteur von SINN UND FORM, Matthias Weichelt, dem besonderen Verhältnis dieser beiden großen Dichter nachgehen.

Heftpremiere SINN UND FORM 3/2026 und Archivpräsentation.

Eine Veranstaltung der Akademie der Künste in Kooperation mit dem Peter-Huchel-Haus.

Donnerstag | 21.5.2026 | 19.30 Uhr
Peter-Huchel-Haus, Wilhelmshorst