Plessen, Elisabeth
geb. 1944 in Neustadt in Holstein, Schriftstellerin und Übersetzerin, lebt in Berlin. Zuletzt erschienen die Romane »Die Unerwünschte« (2019) und »Die Frau in den Bäumen« (2023). (Stand 1/2026)
Siehe auch SINN UND FORM:
- 3/2024 | Katia Manns unerwünschte Memoiren
- 6/2024 | Soutine in Paris. Gedicht
- 4/2025 | Mitteilung an den Adel. Das unveröffentlichte Nachwort
- 1/2026 | Uwe Johnson oder Der Konjunktiv 2
Der Mauerbau im August 1961 veränderte das Leben in der Viersektorenstadt Berlin radikal. Sie war nun in zwei Hälften zerschnitten. Westberlin war (...)
LeseprobePlessen, Elisabeth
Katia Manns unerwünschte Memoiren
Der Mauerbau im August 1961 veränderte das Leben in der Viersektorenstadt Berlin radikal. Sie war nun in zwei Hälften zerschnitten. Westberlin war nicht Westdeutschland, war etwas Drittes, der Status blieb in der Schwebe – und die Stadt hing am Bonner Tropf.
Ab 1964 studierte ich an der Freien Universität Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft, wechselte aber bald zu Walter Höllerer, der an der Technischen Universität den Lehrstuhl für Neuere Germanistik innehatte und ein renommiertes Doktorandenseminar leitete – ein quirliger, innovativer Geist, der unendlich viel für die Belebung und Erhaltung des literarischen Lebens tat. Er erfand das Literarische Colloquium, schuf wichtige Zeitschriften wie »Akzente« und »Sprache im technischen Zeitalter«, mit seinen vielfältigen Initiativen lockte er internationale Autoren in die eingemauerte Stadt und publizierte ihre Texte.
Ernst Schnabel, von 1951 bis 1955 Intendant des Nordwestdeutschen Rundfunks, danach freier Autor, anschließend mit Rolf Liebermann, den wiederum Hans Werner Henze ablöste, Leiter des Dritten NDR-Hörfunkprogramms, zog 1965 nach Berlin. Wie viele andere Autoren und Publizisten tat er das auch aus Solidarität mit der Inselstadt. Schnabel leitete im Dritten Fernsehprogramm des im Aufbau befindlichen Senders Freies Berlin die »Literarische Illustrierte«. Der Intendant Walter Steigner und Schnabel hatten dasselbe im Sinn: ein offenes, liberal-kritisches, überparteiliches Programm gemäß dem Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Der Vierte im Bunde der damaligen »Macher« war Hans Werner Richter. Halbjährlich residierte er im Grunewald in der ehemaligen S.-Fischer-Villa in der Erdener Straße 8 und moderierte für Schnabels Redaktion den politisch-literarischen »Salon« – direkt nach der Tagesschau, Gespräche open end, buchstäblich bis in die Puppen.
Richter lud ein, wer sich aus Politik und Kultur für die diskutierlustige Runde eignete. Schnabel sendete auch Höllerers Veranstaltungen in der Akademie der Künste am Hanseatenweg – Mitschnitte aus der Reihe »Theater auf kleinen Bühnen« oder die Ost-West-Treffen deutscher Lyriker. Fritz J. Raddatz schreibt über die Zeit: »In diesen (…) Jahren waren die Schriftsteller Teil der Gesellschaft, und sei es qua Opposition; sie bildeten ein Netz (…) – bis Willy Brandt Bundeskanzler wurde.« (Tagebücher, 2010)
Vieles im damals noch jungen Dritten Fernsehprogramm war Pionierarbeit: die Themen flexibel, oft spontan, wie die ohne weiteres eingesetzte Kolumne von Sebastian Haffner. Es gab keine Zeitschriften, die das Programm abdruckten und auf Wochen hin festzurrten. Die Arbeit war vergleichsweise experimentell. Und alle machten gern mit. Gesendet wurde in Schwarzweiß. Schnabel sprach die Begrüßungsworte donnerstags um 20.15 Uhr meist selbst. Mit rauchig-warmer Stimme, freundlich zugewandter Miene und offenen Augen, ein sehr persönlicher Touch. Die Themen waren vielfältig. Höllerers und Richters Programme wurden live gesendet. Es gab viele Autorenlesungen, auch Wolfgang Neuss hatte seine letzte Plattform in Schnabels »Illustrierter«. Heute ist diese Freizügigkeit in der Programmgestaltung kaum mehr vorstellbar.
Ernst Schnabel experimentierte nicht nur in eigenen Hörfunktexten gern mit der Form, er erfand im Rahmen der »Literarischen Illustrierten« auch die »Literarische Lesebühne«. Da spielten und lasen die damals besten Schauspielerinnen und Schauspieler Texte der Weltliteratur. Nicht alle lebten in Berlin, ließen sich angesichts des Honorars für die Dauer der Aufzeichnung, nur drei Tage, aber gern einfliegen.
Schnabel suchte für das erste Stück der »Lesebühne«, Thomas Manns »Zauberberg«, jemanden, der oder die ihm den Roman als Serie von fünf oder sechs Sendungen einrichtete. Er erkundigte sich bei seinem Freund Höllerer, der die Doktoranden seines Colloquiums durchging und meinte: »Frag doch die Plessen. « Und Schnabel fragte die Plessen, aber nicht sofort. Er hatte sich nämlich auf Peter Wapnewskis house warming party in mein Gesicht verliebt. Mit zwei anderen Studentinnen hatte ich unserem sich in Berlin-Dahlem installierenden Professor aus Heidelberg geholfen, zuerst die Wohnung ein- und dann die Einweihungsparty auszurichten, zu der tout Berlin kam: Professorenkollegen wie Eberhard Lämmert oder Jacob Taubes, Hörfunkleute oder Kritiker wie Roland H. Wiegenstein, außerdem Alexandra Kluge, damals verliebt in Wapnewski, Hans Werner Richter und eben auch Ernst Schnabel. Er sprach mich an dem Abend nicht an – in einem meiner Romane habe ich die Szene später festgehalten. Ich kannte niemanden, stand nach getanem Dienst, zu scheu, jemanden anzusprechen, nur herum und war ständig auf dem Sprung zu gehen.
Erst einige Zeit später kam Schnabel auf mich zu, an einem Abend bei Richter in der Erdener Straße. Ich freute mich und sagte tollkühn ja, mache ich! Dabei hatte ich in meinem Leben noch niemals ferngesehen. Ich war aufgewachsen in einem Haus mit vielen Zimmern in Ostholstein, das in den Nachkriegsjahren voller Flüchtlinge war. Das Schloß gehörte meinem Vater. Im meinem ersten Roman »Mitteilung an den Adel« habe ich versucht, diese Zeit bis 1968 einzufangen. Die Kinderschwester, deren Familie aus Ostpreußen stammte – sie selber wuchs in einem Waisenhaus in Stettin auf –, war die einzige Erwachsene, die ich kannte, die Radio hörte. Hauptsächlich den Suchdienst vom Deutschen Roten Kreuz, übertragen Sonntagvormittag im NWDR. Und deutsche Schlager natürlich, sie dudelten unentwegt. Das war Unterhaltung. Doch Fernsehen!? Du lieber Gott. Zu Lebzeiten meines Vaters war das neue Medium im Elternhaus tabu, es galt als geistige Verflachung. Es unterbinde jede Diskussion, hieß es, obwohl es sowieso keine gab. Der einzige Apparat, auf dessen Schirm es meist auch nur schwarzweiß regnete, stand im Keller, dem ehemaligen Gutsgefängnis mit seinen zweieinhalb Meter tiefen Mauern auf einem großen Steinquader. Am Boden lagen noch die Fußketten mit den großen Eisenkugeln. Der Kasten war fürs Personal, die Köchin, die Haus- und Küchenmädchen, den Diener gedacht.
Ernst Schnabel zeigte mir, wie ich die Sache angehen könnte. Also kaufte ich mir eine große Rolle Papier, mehrere Tuben Uhu und zwei Taschenbücher des »Zauberbergs«, schnitt diese auseinander und klebte sie als Leporello auf die Rolle. Mit dem Filzstift strich ich den Roman auf Dialogszenen ein. Einen Sprecher des Erzählers ließ ich stehen und führte einen zweiten für meine szenischen Überleitungen ein. Stundenlang lag ich so auf dem Bauch, ein Kissen unter mir, und murmelte Thomas-Mann-Sätze, bis ich sie in langen Passagen auswendig konnte. Ein großes Vergnügen. Größte Erheiterung auch für andere. Die nächste Frage galt der Besetzung. Bald stand sie fest. Joana Maria Gorvin spielte die kirgisenäugige Madame Chauchat, Kurt Bois den asketischen Jesuitenschüler Naphta, Charles Regnier seinen Widerpart, den Humanisten und Mentor Settembrini; Folker Bohnet war Leutnant Ziemßen, der kranke Cousin, und Hans Castorp – am schwierigsten zu besetzen – der junge Michael Degen. Die Regie übernahm Ludwig Kremer.
Dieser »Zauberberg« brauchte einen Vorspann, der das Publikum neugierig machte. Das gelang mit Hilfe von Erika Mann. Ich interviewte sie am berühmten Schreibtisch ihres Vaters im Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich. Sie erzählte vom Zustandekommen des Romans und Katia Manns großem Anteil daran, denn die so lebendigen, kauzig-vertrackten Schilderungen ihres eignen Kuraufenthalts in Davos arbeitete der Autor weitgehend in den »Zauberberg« ein. Katia Manns Briefe gibt es leider nicht mehr. Das ist schade, sie hatte unermüdlich nach München geschrieben.
Bei meinem Zürcher Aufenthalt lernte ich sie in Kilchberg kennen. Seit Ernst Schnabel die inzwischen Betagte Anfang der fünfziger Jahre bei einem Empfang im Hamburger Rathaus getroffen hatte, war es sein Plan, mehr noch, sein großer Wunsch, daß sie ihr Leben aufzeichnen, wenigstens erzählen möge. Immer hatte sie sich geweigert, mit Inge Jens, der Herausgeberin der Briefe Thomas Manns an Ernst Bertram und später der Tagebücher, die es gern gemacht hätte, stimmte die Chemie nicht, und der Versuch mit einem Studenten der ETH ging nach kurzer Zeit schief.
Als wir uns gegenübersaßen und die Frage wieder aufkam, sagte sie mit ihrer leicht münchnerisch gefärbten Stimme: »Ja, mit der mach ich’s!« Also machten wir’s. Sie bat im voraus um die Fragen, und so schickte ich ihr eine lange Liste mit Dingen, über die ich von ihr etwas wissen wollte. Vieles davon strich sie gleich aus, alles etwa, das in Richtung Feminismus ging – dabei war ihre Großmutter Hedwig Dohm eine engagierte Frauenrechtlerin gewesen, die für das Frauenstimmrecht gekämpft hatte. Auch von Fragen zu ihrer Selbstbestimmtheit wollte sie nichts wissen. Katia Mann hatte als erste Frau in München das Abitur gemacht und studierte Physik und Mathematik, als Thomas Mann sich in ihren Lebensweg stellte. Und so trat sie mit 88 Jahren zum ersten Mal aus der vollkommenen Zurückhaltung der Öffentlichkeit gegenüber heraus. Aus Gründen der »Ziemlichkeit«, wie sie gleich eingangs betonte, habe sie sich diese Zurückhaltung zu Lebzeiten ihres Mannes und danach auferlegt. Außerdem müsse es in der Familie eine Person geben, die nicht schreibe.
SINN UND FORM 3/2024, S. 293-300, hier S. 293-296
Ich war im Sommer 1971 in einem kleinen Haus in den Bergen oberhalb von Latina oder des Capo Circeo, als ich die Nachricht vom Tod meines Vaters (...)
LeseprobePlessen, Elisabeth
Mitteilung an den Adel.
Das unveröffentlichte Nachwort
Ich war im Sommer 1971 in einem kleinen Haus in den Bergen oberhalb von Latina oder des Capo Circeo, als ich die Nachricht vom Tod meines Vaters erhielt. Es gab in dem Haus kein Telefon. Der Postbote brachte das Telegramm meiner Mutter auf der Vespa. Mein Vater war in seinem Bett in seinem Schloß in Dänemark gestorben. Er hatte das Wochenende über nicht im Krankenhaus in Næstved bleiben wollen. Seit einem Jahr hatten wir uns nicht mehr gesehen. Ich hatte den Kontakt abgebrochen. Wir hatten uns nur noch gestritten. Ich machte mich auf den Weg zur Beerdigung, die auf seinem anderen Besitz in Ostholstein stattfinden sollte.
Wie sehr mich dieser Tod umgeworfen hatte, merkte ich erst allmählich. Ich hatte zuvor ein paar Gedichte und kleine Erzählungen veröffentlicht, der Hanser Verlag hatte meine Dissertation herausgebracht, aber einen Geschichtenband abgelehnt. Ich hatte fürs Dritte Fernseh- und Hörfunkprogramm gearbeitet und war dabei, »Katia Mann. Meine ungeschriebenen Memoiren« herauszugeben. Ernst Schnabel, mit dem ich damals zusammenlebte, machte sich für ein Rundfunkfeature in der Transsibirischen Eisenbahn auf den Weg. Statt mit ihm zu fahren, setzte ich mich hin und begann die »Mitteilung an den Adel«. Ich mußte aufschreiben, was mich mit meinem Vater, mit den Eltern so auseinandergebracht hatte, warum wir so aus- und aneinandergeraten waren. Wann hatte das Nicht-miteinander-Reden angefangen? Ja nicht erst 1968. Es ging in frühe Kinderzeiten zurück. Hatte ich zuvor gedacht, ich habe keine Welt, hatte ich nun auf einmal zuviel. Wie sie fassen, wie sie komprimieren, ohne mich im Epischen à la Tolstoi zu verlieren. Da fiel mir als Gerüst die Reise der Tochter von München, wo sie bei einer großen Zeitung arbeitete, nach Norddeutschland ein – eine Collage, ein Condukt quer durch die damalige Bundesrepublik.
Ich lebte in Berlin. Ich fuhr mit Ernst Schnabel im Auto, einem kleinen schwarzen MG, durch die DDR nach München. Dort sollte die Fahrt in die Vergangenheit losgehen. Am 19. Mai, wie im Roman beschrieben, fuhren wir von München aus auf die Autobahn. Schnabel am Steuer, ich auf dem Beifahrersitz mit Stift und Papier, um alles zu notieren, was mir links und rechts der Fahrbahn auffiel oder durch den Kopf ging. Da es Frühjahr war, wollte ich neben der Haupthandlung auch wissen, wie es in den Tagen der Autofahrt Frühling wurde. Was in München schon blühte, steckte weiter nördlich noch in den Knospen. Ich wählte den Namen Augusta, extra altmodisch. Augusta ist mein letzter Vorname. Elisabeth Charlotte Marguerite Augusta. Die Reise – das war eine offene Form, und ich wollte ja ins Offene – das Ziel lag in Norddeutschland. Ich wechselte offen (auch brüsk) zwischen der dritten Form – Augusta – und der ersten – Ich – hin und her.
Ich schrieb zweieinhalb Jahre an dem Manuskript. Ich hatte Siegfried Unseld kennengelernt, und Ernst Schnabel hatte ihm von dem Ding, das da im Entstehen war, erzählt, und Ferdinand Sieger auch. Sieger war damals der Urheberrechtsanwalt, und er war Justitiar mehrerer deutscher Verlage (auch des Suhrkamp Verlags, auch des S. Fischer Verlags). Ich war mit Sieger befreundet. In seinem Haus in Follonica waren viele Passagen des Buches entstanden. Ich traute mich nicht, mich direkt an Unseld zu wenden. Ihn interessiere das Thema sehr – ich solle, ließ er mich wissen, wenn ich fertig sei, den Roman an den Verlag schicken. Ich war sehr aufgeregt deswegen. Suhrkamp: Das war die Numero Uno unter den westdeutschen Verlagen und Unseld der Verleger. Ich gab Sieger das Manuskript, er hatte sich erboten, es an Unseld zu schicken: »Den 6. Februar 1975 Roman-Manuskript Elisabeth Plessen Lieber Herr Unseld! Unter diesem Aktenzeichen korrespondierten wir am 12./18. März 1974 und hängten inzwischen gelegentliche Randbemerkungen an Werk-Schwangerschaft und -Schwangere an. In letzterer Hinsicht waren wir uns in unserer Sympathie einig. Damit muß es jetzt ein jähes Ende haben. Wenigstens für Sie und Ihren Verlag. Denn hiermit übersende ich Ihnen, wie verabredet, das Manuskript, das Elisabeth auf der Reise von Berlin nach Locarno bei mir ausstieß. Sich seiner anzunehmen, versprachen Sie – freundlich wie immer oder meist – Ihrem (Dr. Sieger)«. »Burgel Zeeh ist die Privatsekretärin des großen Siegfried«, schrieb mir Sieger am 12. Februar 1975 und schickte eine Kopie ihres Antwortbriefs mit: »Lieber Herr Dr. Sieger, Dank für Ihren Brief vom 6. Februar und das Manuskript von Frau Plessen; nun muß ich Sie und sie um Geduld bitten: Herr Unseld ist seit heute für eine Woche (endlich einmal) im Schnee. Ich verwahre Ihre Sendung in jeder Hinsicht gut auf, er wird sich bald melden.« Ich wartete mit großer Hoffnung. Als Mitte April noch immer keine Antwort kam, wandte ich mich an Elisabeth Borchers, die damalige Cheflektorin. An Unseld zu schreiben traute ich mich nicht. Aus dem Brief: »[I]ch wage, obwohl Sie mich gar nicht kennen, Ihnen mit einer Sorge ins Haus zu fallen: seit über zwei Monaten liegt ein Romanmanuskript von mir im Verlag, das Ferdinand Sieger, mit dem Schnabel und ich befreundet sind, nach Gesprächen mit Herrn Unseld selber direkt an ihn geschickt hat. Jetzt weiß ich natürlich, daß das der dumme Weg war, aber es hilft nichts, er ist nun einmal begangen und umdirigieren kann ich die Sache nicht. Außer Sieger und Schnabel kennen auch Andersch und einige – nicht ahnungslose – Leute das Manuskript, und wenigstens einige sind der Meinung, daß das Buch gerade in diesem Jahr eine besondere Chance auf dem Markt hätte, vom Thema her und weil ich ja nun einmal eine Frau bin. [Es war das Jahr der Frau …] Herr Unseld ist ein beschäftigter Mann, wahrscheinlich liegt das Skript einfach noch im Sekretariat, und er ist noch nicht dazu gekommen, hineinzugucken. Meine scheue, aber sehr herzliche Bitte an Sie besteht eigentlich in einer Zumutung: Haben Sie Lust, es sich einmal herauszuholen und hineinzusehen? Ohne einen Tip von Ihrer Seite werde ich das Manuskript jedenfalls nicht zurückerbitten und mich nach einem anderen Verlag umsehen …« Dem Skript fehlten noch die letzten fünfundzwanzig Seiten, an seinem Ende fand sich statt ihrer eine kurze Skizze des Schlusses. Ich arbeitete noch daran, auch an einer Passage, die das Kriegstagebuch des Vaters betraf. Gleichzeitig hatte mich die Warterei aber auch verunsichert.
[...]
SINN UND FORM 4/2025, S. 518-528, hier S. 518-520