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Heftarchiv – Leseproben

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[€ 11.00]  ISBN 978-3-943297-34-8


Leseprobe aus Heft 2/2017

Stevenson, Robert Louis

Über das Genießen unangenehmer Orte


Aus einem beliebigen Ort das Beste zu machen ist schwierig, und vieles liegt in unserer Macht. Was man geduldig Seite für Seite betrachtet, zeigt am Ende gewöhnlich auch eine, die schön ist. Vor ein paar Monaten wurde im »Portfolio« etwas über »enthaltsame Lebensführung in einer Scenerie« gesagt und solche Selbstzucht sodann als »heilsam und den Geschmack kräftigend« empfohlen. Das ist gleichsam der Text des vorliegenden Essays. Diese Selbstzucht in einer Scenerie, muß man wissen, ist mehr als ein bloßer Spaziergang vorm Frühstück, um den Appetit anzuregen. Denn wenn man in einer unansehnlichen Gegend abgesetzt wird und besonders, wenn man mehr oder weniger von dem abhängig geworden ist, was man sieht, muß man sich vornehmen, schöne Dinge aufzuspüren, mit all der Leidenschaft und Geduld eines Botanikers, der hinter einem Roggengewächs her ist. Tagtäglich vervollkommnen wir uns in der Kunst, die Natur vorteilhafter zu sehen. Wir lernen, mit ihr zu leben, so wie Menschen mit mißlaunigen oder gewalttätigen Ehegatten zu leben lernen; liebevoll auf dem zu verweilen, was gut ist, und die Augen vor allem zu verschließen, was öde oder unharmonisch ist. Zudem lernen wir, jeden Ort im richtigen Geist zu besuchen. Der Reisende, so sagt Brantôme uns originell, »fait des discours en soi pour soutenir en chemin«; und in diese Reden webt er etwas von allem, was er unterwegs erlebt und erleidet; sie erhalten ihren Ton hauptsächlich von der wechselnden Eigenart der Szene; ein steiler Anstieg bringt andere Gedanken als eine ebene Straße; und die Einbildungen des Menschen werden leichter, wenn er aus dem Wald auf eine Lichtung kommt. Und die Scenerie beeinflußt die Gedanken ebensowenig wie die Gedanken die Scenerie. Wir sehen Orte durch unsere Stimmungen wie durch unterschiedlich gefärbte Augengläser. Wir sind selbst ein Term in der Gleichung, eine Note des Akkords, und erzeugen fast nach Belieben Dissonanz oder Harmonie. Über das Ergebnis besteht keine Besorgnis, sofern wir uns der Landschaft, die uns umgibt und folgt, nur hinreichend auszuliefern vermögen, so daß wir beim Gehen stets passende Gedanken denken oder uns eine passende Geschichte erzählen. Auf diese Weise werden wir gewissermaßen zu einem Mittelpunkt von Schönheit; wir erwecken Schönheit, gleichwie eine freundliche, offene Art bei anderen Offenheit und Freundlichkeit erweckt. Und sogar dort, wo Harmonie selbst von den flinksten und fügsamsten Geistern nicht hervorzubringen ist, können wir einen Ort noch mit romantischem Reiz ausschmücken.
Wir können lernen, für Assoziationen weit vom Weg abzugehen, und sie mühelos benutzen, wenn wir sie gefunden haben. Zuweilen kommt uns ein alter Druck zur Hilfe; so manchen Ort sah ich vor malerischen Imaginationen jäh erstrahlen, durch eine Erinnerung an Callot, Sadeler oder Paul Brill. Dick Turpin war meine Gliederpuppe für manchen englischen Heckenweg. Und das Trossachs wäre für die meisten Touristen wohl kaum das Trossachs, hätte nicht ein Mann mit bewundernswertem romantischem Instinkt das Tal für sie mit harmonischen Gestalten bevölkert und sie mit auf den Eindruck richtig vorbereiteten Gesinnungen dorthin geführt. Solche Vorbereitung ist an sich bereits ein großer Gewinn. Zum Beispiel: Die wilden und unwirtlichen Orte unserer Highlands vermochte ich selten im geeigneten Geist zu besuchen. Ich bin glücklicher, wo es zahm und fruchtbar ist, und ohne Bäume nicht leicht zu erfreuen. Ich verstehe, daß es Phasen von Gemütsleiden gibt, die mit solchen Gegenden gut harmonieren, und daß manche Menschen durch die befreiende Macht der Einbildungskraft imstande sind, im Geist Jahrhunderte zurückzugehen und sich in das gehetzte, unbehauste, ungesellige Leben einzufühlen, das auf diesen wilden Höhen damals statthatte. Also wenn ich schwermütig bin, möchte ich, daß die Natur mich aus meiner Schwermut zaubert, wie David vor Saul; und der Gedanke an jene vergangenen Jahrhunderte erregt in mir nur unangenehmes Mitleid; so daß ich nie in die richtige Stimmung für diese Art von Landschaft komme und folglich viel Freude verliere. Dennoch, selbst hier, wenn man mich nur in Ruhe ließe und mir genügend Zeit gäbe, hätte ich alle möglichen Freuden und würde beim Fortgehen viele klare und schöne Bilder mit mir nehmen. Wenn wir uns nicht in die großen Charakterzüge einer Gegend einfühlen können, lernen wir, sie zu ignorieren, und stecken den Kopf ins Gras nach Blumen, oder grübeln lange Zeiten über den wechselvollen Lauf eines Stroms. Wir kommen herab zur Predigt in Steinen, wenn wir in der ausgebreiteten Landschaft von jedem Gedicht ausgeschlossen sind. Wir beginnen zu lugen und zu botanisieren, wir interessieren uns für Vögel und Insekten, wir finden viele Dinge in Miniatur schön. Der Leser erinnert sich sicherlich an die kleine Sommerszene in »Sturmhöhe« – vielleicht die einzige warme Szene in dem ganzen packenden, trübseligen Roman – und an den großen Charakterzug, den darin Gräser, Blumen und ein bißchen Sonnenschein erschaffen: Das ist die Stimmung, von der ich hier rede. Und letztlich können wir ja nach drinnen gehen; Interieurs sind manchmal ebenso schön, oft malerischer als die Darbietungen der Freiluft, und sie haben dieses Schützende, zu dem ich gleich mehr sagen muß.
All dessen eingedenk war ich oft versucht, das Paradox auszusprechen, daß man in allen Orten einigermaßen leben, aber nur in wenigen, und zwar höchst beliebten, ein paar Stunden angenehm verbringen kann. Denn wenn man in einer Gegend nur lange genug bleibt, wird man dort heimisch. Erinnerungen an uninteressante Ecken sprießen auf wie Blumen. Man vergißt, bis zu einem gewissen Grade, die überlegene Schönheit anderer Orte und verfällt in eine nachsichtige und wohlwollende Stimmung, die ihre eigene Belohnung und Rechtfertigung ist. Als ich neulich auf einige meiner eigenen Erinnerungen zurückblickte, staunte ich, wie vieles ich einem solchen Aufenthalt verdankte; sechs Wochen in einer unangenehmen ländlichen Gegend hatten meine Empfindsamkeit offenbar mehr geschärft und ausgebildet als viele Jahre an Orten, die meiner Neigung näher lagen.
Die Gegend, die ich meine, war ein ebenes, baumloses Plateau, über das die Winde wie Peitschen schlugen. Meilenweit dasselbe. Zwar mündete nahe der Stadt, in der ich wohnte, ein Fluß ins Meer; doch sein Tal war seicht und kahl, so weit ich ihm zu folgen wagte. Wohl gab es Straßen, aber Straßen, die weder schön noch interessant waren; denn da es keine Bewaldung und nur geringe Bodenunebenheiten gab, sah man von Anfang an die ganze Wanderstrecke vor sich liegen; nichts war mehr der Phantasie überlassen, nichts zu erwarten, nichts am Wegesrand zu sehen, außer hier und da ein unwohnlich wirkendes Gehöft und hier und da ein bebrillter Steinklopfer; und begleitet wurde man, während man beharrlich ausschritt, nur von den hageren Telegraphenmasten und dem Summen der widerhallenden Drähte im schneidenden Seewind. Wer ihr Lied in warmen angenehmen Orten am Mittelmeer gehört hatte, mochte meinen, es verspotte das Land und mache es durch den suggerierten Gegensatz noch öder. Sogar die Wüstungen am Wegesrand waren nicht, wie Hawthorne zu sagen pflegte, durch eine ordentliche grüne Bedeckung »der Natur zurückgegeben«. Das Land schien brachzuliegen, wo immer nur möglich. Es gibt eine lohfarbene Nacktheit des Südens, kahle, sonnenverbrannte Ebenen, löwengelb, und Hügel, nur in die blaue glasklare Luft gehüllt; aber die hier war anders – dies war die Nacktheit des Nordens; die Erde schien zu wissen, daß sie nackt war, und sie schämte sich und fror.
An jener Küste wehte es anscheinend immer. Tatsächlich war dies in die Sprache der Bewohner eingegangen, und wenn sie sich begegneten, begrüßten sie einander mit »windig, windig« statt mit dem weiter südlich üblichen »schöner Tag«. Die andauernden Winde waren nicht wie die Erntebrise, die man beim Gehen nur wie einen gleichmäßigen Druck im Gesicht spürt und die all die Bäume hoch droben zum Sprechen bringt oder den Geruch von regennasser Erde mit sich führt. Sie waren von der grimmigen, scharfen, zähen Sorte, die Sicht und Atmung behindert und die Augen reizt. Am richtigen Ort und zur richtigen Zeit haben selbst solche Winde ihren Wert. Es ist schön anzusehen, wenn sie Unmassen von Schatten schwenken. Und wie sie die Farbe der Welt bestimmen! Wie sie die dichten Wälder auf ihrem Weg zerzausen und sie wie eine einzelne Weide schlottern und erbleichen lassen! Nichts ist so schwindelerregend wie ein solcher Wind im Wald, mit all seinen Anblicken und Geräuschen; und die Wirkung kommt zwischen einige Maler und ihren nüchternen Blick, so daß, auch wenn ihr übriges Bild ruhig ist, die Blätter gefärbt sind wie Blätter im Sturm. Doch so etwas gewahrte man nicht in einem Landstrich, wo es keine Bäume gab und kaum Schatten, außer den passiven Schatten der Wolken oder jenen von starren Häusern und Mauern. Aber der Wind war dennoch ein Anlaß zur Freude; denn nirgendwo sonst konnte man eine plötzliche Flaute oder eine rechtzeitig erreichte Zuflucht so tief auskosten. Der Leser weiß, was ich meine; er wird sich erinnern, mit welcher Wonne er, auf einem Hügel hinter einem Erdwall sitzend, den Wind an seinem Rücken durch die Ritzen fauchen hörte; wie sein ganzer Körper vor Wärme prickelte und wie er, mit gleichsam allmählicher Überraschung, inne wurde, daß diese Gegend schön, die Heide purpurn und das ferne Bergland ganz mit Sonne und Schatten übersprenkelt war.
In einer wunderbaren Passage des »Präludiums« verwendet Wordsworth dies als ein Bild für das Gefühl, das die stillen Nebenstraßen Londons nach dem Lärm der großen Verkehrsadern in uns wecken; und der Vergleich läßt sich mit demselben guten Effekt umkehren:

»Und weiter geht das Toben, bis wir schließlich,
Gleichsam dem Feind entkommen, unversehns
In einen abgelegnen Winkel biegen,
Der still ist wie ein Unterschlupf im Sturm.«

Ich erinnere mich, daß ich in der Eisenbahn einen Mann traf, der mir das wohl perfekteste Exempel für diese Freude des Entkommens erzählte. An einem sonnigen windigen Morgen war er irgendwo im Ausland einen Dom hochgestiegen; ich glaube, es war der Kölner Dom, dieses große unvollendete Wunder am Rhein; und nach einer langen Zeit auf dunklen Treppen trat er schließlich in den Sonnenschein hinaus, auf eine Plattform hoch über der Stadt. Dort oben war es ganz still und warm; Sturm war nur in den unteren Luftschichten, aber im ruhigen Kirchinneren und während seines langen Aufstiegs hatte er ihn vergessen; und so kann man sich seine Überraschung denken, als er, die Arme auf die besonnte Balustrade gestützt und auf den Ort weit unter sich schauend, sah, wie die guten Leute ihre Hüte festhielten und sich beim Gehen mit dem ganzen Körper gegen den Wind stemmten. In diesem kleinen Erlebnis meines Reisegefährten liegt für mich etwas höchst Vollkommenes. Die Gewohnheiten der Menschen erscheinen einem völlig banal, wenn man allein oben auf einer Kirche ist, mit dem blauen Himmel und ein paar hohen Ziertürmen, und weit unter sich die steilen Dächer und die kurzen Strebepfeiler sieht sowie die stumme Geschäftigkeit der Straßen; doch als was alles müssen sie ihm nicht erschienen sein, als er dort stand, nicht nur über dem Treiben anderer Menschen, sondern auch über dem Klima anderer Menschen, in einer goldenen Zone wie der Apolls!
Von der Art war die Freude, die ich in dem Landstrich fand, über den ich schreibe. Es war die Freude, aus dem Wind weg zu sein und ständig an ihn zu denken und sich zu der Zuflucht zu gratulieren. Und solche geschützten Orte fanden sich nur am Meer. Zwischen den schwarzen wurmstichigen Landspitzen gibt es gegen Seegang und Wind gut abgeschirmte kleine Buchten und Häfen, wo Sand und Kraut aus einer Tiefe von stillem Wasser zum Betrachter aufschauen und nur die Seevögel, die auf den zerfallenen Klippen schreien und flattern, die Stille und den Sonnenschein stören. Namentlich ein Ort hat sich meinem Gedächtnis eingeprägt. Auf einem Felsen direkt am Meer hatten sich alte nordische Recken eine Doppelfeste gebaut; die beiden Burgen standen Wand an Wand wie Haushälften; und dennoch war die Fehde zwischen den Besitzern so heftig geworden, daß der eine aus dem Fenster den anderen in seinem Tor erschoß. Das Nebeneinander der beiden Feinde ist von tief tragischer Ironie. Es ist schrecklich zu denken, daß bärtige Männer und bittere Frauen nachts über ihrem Hallenfeuer haßvoll beratschlagen, während das Meer gegen die Grundmauern brauste und der wilde Winterwind über den Zinnen los war. Und in der Studierstube können wir uns eine blasse Nachbildung vom Leben damals machen. Nicht, wenn wir am Ort sind; wenn wir dort sind, kommen uns solche Gedanken nur, um einen gegensätzlichen Eindruck zu verstärken, und die Assoziation wird gegen sich selbst gerichtet. Ich erinnere mich, daß ich drei Nachmittage hintereinander dorthin wanderte, die Augen erschöpft vom ständigen Gegenwind, und wie ich, plötzlich über den Gipfel der Düne fallend, mich in einer neuen Welt von Wärme und Schutz befand. Der Wind, dem ich wie einem »Feind entkommen« war, schien rein lokal zu sein. Er brachte keine Wolken und kam aus solcher Richtung, daß er die sichtbare See nicht aufwühlte. Die beiden Burgen, schwarz und zerfallen wie die Felsen über ihnen, waren von diesen durch etwas in ihrer Silhouette, das noch unsicherer und phantastischer aussah, zu unterscheiden, etwas, das nach dem letzten Sturm überhing und das der nächste ganz abreißen würde. Das mich an diesen drei Nachmittagen beherrschende Gefühl von Ruhe und Frieden in Worte zu fassen wäre schwierig. Es wurde, wie ich schon sagte, durch den Gegensatz gestützt. Die Küste war durch frühere Unwetter schlimm zugerichtet; im tiefsten Innern bewahrte ich die Erinnerung an den irrsinnigen Streit der Kobolde, die diese beiden Burgen errichtet und sie in Mißtrauen und Feindschaft gegeneinander bewohnt hatten, und ich wußte, ich brauchte nur den Kopf aus dieser kleinen Schutzschale zu stecken, um in den Augen den scharfen Wind zu spüren; und doch waren da die zwei großen Bahnen aus regloser blauer Luft und friedlicher See, welche, gleichgültig und getrennt, auf das Getümmel der Gegenwart und die Denkmäler der prekären Vergangenheit schauten. Der Eindruck von starkem Wind unter wolkenlosem Himmel hat immer etwas Flüchtiges und Ärgerliches; er hat offenbar keine Wurzel in der Konstitution der Dinge; wie eine abgeschnittene Blume muß er rasch verblassen und welken. Und an solchen Tagen kamen sich der Gedanke an den Wind und der an das menschliche Leben sehr nahe in meinem Geist. Unsere lauten Jahre erschienen wahrhaftig wie Momente inmitten des ewigen Schweigens; und der Wind war, angesichts dieses großen Feldes von stillstehendem Blau, wie der Hauch eines Schmetterlingsflügels. Die Ruhe der See war etwas, an das man sich ebenso erinnern mußte. Shelley spricht von der See, die »nun gestillt sein will« (hungering for calm), und hier an diesem Ort begann man die Bedeutung der Wendung zu verstehen. Als ich von der zerbrochenen Felskante in diese grünen Wasser hinabsah oder im Sonnenschein gemächlich schwamm, schien es mir, als ob sie ihre Stille genössen; und wenn sie ab und an gestört wurden durch ein Kräuseln auf der Oberfläche oder durch das dunkle Huschen eines Fisches in der Tiefe, setzten sie sich wieder (mochte man meinen) erleichtert. Auch an der Küste, im Schlupfwinkel, war alles dermaßen gedämpft und still, daß schon die kleinste Besonderheit wohltuende Überraschung in mir auslöste. Das sporadische Platzen von Ginsterhülsen in der Nachmittagssonne usurpierte das Gehör. Der tagsüber von Sonne durchdrungene heiße, süße Atem des Ufers war wie der Atem eines Mitgeschöpfs. Ich weiß noch, daß zwei Zeilen eines französischen Gedichts mir nicht aus dem Kopf gingen; auf irgendwie dumme Weise paßten sie anscheinend zu meiner Umgebung und zu dem Behagen, das in mir war, und ich sagte andauernd vor mich hin: »Mon cœur est un luth suspendu / Sitôt qu’on le touche, il résonne
Warum mir diese Zeilen damals einfielen, vermag ich nicht zu sagen; und deshalb wiederhole ich sie hier. Soviel ich weiß, können sie den Eindruck im Geist des Lesers vervollständigen, da sie für mich gewiß dazugehörten.
Und das passierte mir ausgerechnet an diesem Ort, wo ich am wenigsten zu bleiben wünschte. Wenn ich daran denke, schäme ich mich meiner Undankbarkeit. »Und Süßigkeit (ging aus) vom Starken.« Dort, im öden, böigen Norden, empfing ich vielleicht meinen stärksten Eindruck von Frieden. Ich sah, daß die See groß und ruhig war; und die Erde in diesem Winkel war ganz lebendig und freundlich zu mir. Also wo immer ein Mensch auch ist, er findet etwas, das ihn erfreut und besänftigt: in der Stadt begegnet er angenehmen Gesichtern von Männern und Frauen, und in einem Fenster sieht er schöne Blumen oder er hört an der dunkelsten Straßenecke einen Käfigvogel singen; und was die Gegend betrifft, so gibt es keine Gegend ohne irgendeinen Vorzug – er suche sie nur im rechten Geiste, und er wird sie gewiß finden.

Aus dem Englischen von Heide Lipecky

SINN UND FORM 2/2017, S. 181-186