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Heftarchiv – Leseproben

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Leseprobe aus Heft 4/2008

Eissler, Kurt R.

Über das Wiederlesen großer Werke


Es ist immer wieder gesagt geworden, eine literarische oder auch sonstige Kritik Shakespeares müsse zuvorderst bedenken, daß er für das Theater schrieb. Mit Blick auf dieses Medium meint man viele Eigenarten, die etliche Literaturkritiker zu wahrlich recht abwegigen Interpretationen verleitet haben, allein mit dem Hinweis auf seine überragenden dramaturgischen Fähigkeiten, das heißt mit seinem Sinn für Publikumswirkung, erklären zu können.

Dieser These habe ich in der vorliegenden Studie des öfteren widersprochen, da sie nicht berücksichtigt, was der Zuschauer eigentlich bemerkt. Das möchte ich jetzt modifizieren; dieser Einwand stimmt so nicht, und sei es auch nur, weil er die Wirkung unbewußter Wahrnehmung außer acht läßt.
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Aus dem Englischen von Heide Lipecky

SINN UND FORM 4/2008, S. 536-547